Banken und FinTechs: Kooperation statt Konkurrenz

Ausbau gemeinsamer Plattformen schreitet voran

Der Wandel der Finanzbranche ist in vollem Gange. Banken wollen sich neu erfinden und rücken dafür näher mit FinTechs zusammen. Umgekehrt profitieren auch FinTechs von einer Zusammenarbeit.

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalsierung im Bereich Finanzdienstleistung

Der Trend zur Digitalisierung hat unseren Alltag und die Unternehmenswelt nachhaltig verändert. Banken und Sparkassen werden später als andere Branchen erfasst, aber nicht weniger heftig. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu diesem wichtigen Thema.

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Die meisten Banken und Sparkassen haben erkannt, dass sie sich von einem reinen Produktanbieter zu einem Lösungsanbieter entwickeln müssen. Insbesondere im Hinblick auf digitale Angebote werden hierfür Kooperationen gesucht. Diese sollen entweder das eigene Produkt-und Serviceportfolio strategisch sinnvoll ergänzen, um so zeitnah Kundenwünsche erfüllen oder mithilfe neuer Technologien die Optimierung vorhandener Prozesse vorantreiben.

Für FinTechs bieten Kooperationen mit etablierten Kreditinstituten einen Zugang zum Markt, zu Back-Office-Funktionen oder eine einfachere Überwindung regulatorischer Erfordernisse.

Letztendlich erhalten Kunde ein vielfältigeres Angebot, innovative Lösungen und neue digitale Services, die sich nahtlos in seinen Lebensalltag einfügen.

Kooperieren statt konkurrieren

Die Beratungsgesellschaft PWC hat sowohl mit Banken als auch mit FinTechs über deren Ziele und Strategien sowie laufende und geplante Kooperationen gesprochen und daraus Hinweise für eine erfolgreiche Zusammenarbeit identifiziert.

Gut 88 Prozent der Banken haben Kooperationen bereits fest in ihrer Digitalisierungsagenda verankert. Gleichzeitig treiben 60 Prozent der Institute eigene Innovationen voran, stoßen dabei aber häufig noch an Grenzen.

Zur erfolgreichen Entwicklung neuer Services und Produkte gehört eine innovative, agile und risikofreudige Firmenkultur. FinTech-Startups agieren nach wie vor deutlich risikoaffiner als Banken, sind nicht an etablierte Strukturen gebunden und viel agiler in der Umsetzung.

Banken haben dies mittlerweile erkannt. Sie stehen FinTechs immer offener gegenüber und suchen verstärkt Partnerschaften. 51 Prozent der befragten Banken wollen sich künftig stärker als White-Label–Anbieter positionieren, indem sie lizenzpflichtige Lösungen von FinTechs übernehmen, die für den Kunden allerdings kaum sichtbar sind (Whitelabeling).

Kooperation auch in Kernbereichen

Nachdem dabei zunächst Kundenprodukte im Vordergrund standen, bieten FinTechs Banken nun verstärkt als IT-Dienstleister individuelle B2B-Lösungen und übernehmen infrastrukturrelevante Aufgaben oder fachliche Dienstleistungen. Technologie-Start-ups sehen Banken nicht länger nur als Partner, sondern zunehmend auch als Kunden.

Angesichts der überwiegend positiven Erfahrungen sind immer mehr Banken bereit, auch in strategisch wichtigen Bereichen, etwa bei der Umsetzung der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, mit FinTechs zusammenzuarbeiten.

Neu gegründete FinTechs fokussieren sich verstärkt auf B2B-Lösungen für Banken wie die rasch wachsende Gruppe der RegTechs (Regulatory Technology) oder SupTechs (Supervisory Technology). Die Anbieter liefern den etablierten Instituten fachliche Lösungen oder übernehmen infrastrukturrelevante Aufgaben.

Unterschiedliche Ziele und Hürden von Kooperationen

So stark beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren, so unterschiedlich sind die jeweiligen Zielsetzungen. Banken wollen mit ihren Produkten und Services zeitnah neue Kundenwünsche erfüllen, langfristig ihre Effizienz steigern und Kosten senken. FinTechs setzen auf Ertragssteigerungen und regulatorische Sicherheit. Bei Produkteinführungen steht für FinTechs eher die Geschwindigkeit im Vordergrund, während Banken auf die Einhaltung regulatorischer Vorgaben bedacht sind und eine geringere Risikobereitschaft zeigen.

Hürden für Kooperationen bilden Kulturunterschiede zwischen Banken und FinTechs sowie regulatorische Vorgaben, wie etwa die Anforderungen an Auslagerungen gemäß MaRisk. Anforderungen aus Datenschutzregularien und das Bankgeheimnis erschweren Kooperationen ebenfalls, insbesondere für FinTechs. Die häufig veralteten IT-Systeme von Banken hindern aus Sicht der FinTechs häufig auch die Integration neuer Technologien.

Grundlagen einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Banken und FinTechs

Eine Kooperation mit FinTechs als gleichwertiger, verlässlicher Partner sorgt für neue Impulse im bestehenden Bankgeschäft. Zahlreiche FinTechs planen einen aktiveren und systematischen Kooperationsvertrieb, auch Banken wollen ihre Auswahlprozesse neu ausrichten. Während sich der Auswahlprozess zunehmend standardisiert, wird die Zusammenarbeit zwischen Banken und FinTechs immer effizienter.

Neben Vorstand und Management zeichnen spezielle digitale Teams für die Zusammenarbeit mit FinTechs verantwortlich, da diese häufig einen bestimmten Bereich einer Bank bedienen. Auch durch den gezielten Aufbau von Innovationslabs oder Accelerators sollen gemeinsame Ziele nachhaltig erreicht werden.

Neben dem beidseitigen Vertrauen nennen beide Seiten als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auch die Festlegung von Service Level Agreements (SLAs) und Vertragsstrafen sowie die offene Kommunikation über fest definierte Kanäle. Im Gegensatz zu Banken schreiben FinTechs einem Business Case weniger Bedeutung zu.

Banken als Plattformanbieter

Der Vormarsch von Nicht-Banken dürfte die Finanzbranche schon bald vor neue Herausforderungen stellen und weitere Kooperationschancen bieten. Banken werden weiter an Bedeutung gewinnen, wenn sie sich als Vertriebsplattform verstehen und ihre Finanzprodukte mit Partnern über ein Netz an digitalen Ökosystemen anbieten. FinTechs bieten die Chance, Produkte und Vertriebskanäle auf neue Kundenwünsche zuzuschneiden. Sie hauchen Großbanken den positiven Geist der Start-up-Kultur ein und ermöglichen ihnen, die eigene Digitalisierung voranzutreiben.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und ist der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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