Digitalisierung erfordert organisatorische Kompetenz

Zur Rolle des Chief Digital Officers

Digitalisierung bedeutet keineswegs, zukünftig alles nur noch digital zu machen. Es geht vielmehr darum, die Dinge in der digitalen Welt richtig zu machen. In vielen Banken und Sparkassen wird dies noch nicht so richtig verstanden.

Banking mit einem Augenzwinkern

Lustiges, Humorvolles und mitunter auch Nachdenkliches für Banker.

Abonnieren Sie den kostenlosen Bank Blog Newsletter

Immer mehr Banken (und auch einige Sparkassen) leisten sich einen Chief Digital Officer (CDO), teilweise sogar im oberstersten Führungsgremium. Mitunter gibt es zusätzlich noch einen Chief Innovation Officer und einen Chief Technology Officer. Alle sollen mehr oder weniger für die digitale Transformation zuständig und verantwortlich sein. Der Gedanke dahinter ist vielfach, Digitalisierung sei vor allem eine Frage der richtigen Technologie und man benötige daher jemanden, der etwas von digitalen Technologien versteht.

Partner des Bank Blogs

Cognizant Technology Solutions ist Partner des Bank Blogs

Letzteres ist sicherlich kein falscher Gedanke. Untersuchungen zeigen: Bankvorständen fehlt digitales Know-how. Sie sind gemeinhin keine geborenen Technologie-Experten. Bedenklich kann es allerdings werden, wenn der Chief Digital Officer zwar viel von neuen digitalen Technologen, aber nur wenig von Kunden und noch weniger vom (Bank)Geschäft versteht.

Vom Kunden her denken

Denn Technologie und ihr Einsatz sind kein Selbstzweck sondern ein Mittel zum Zweck. Es kommt nicht so sehr auf die Technologie an, sondern vor allem darauf, was man damit anstellt. Oder, wie Steve Jobs es formulierte:

„Sie müssen mit der Kundenerfahrung beginnen und sich zur Technologie rückwärts durcharbeiten. Man kann nicht mit der Technologie beginnen und anschließend versuchen herauszufinden, an wen ich es verkaufen kann.“

(“You’ve got to start with the customer experience and work backwards to the technology. You can’t start with the technology and try to figure out where can I sell it.” )

Technologie ist daher stets relativ zum Kunden zu betrachten (und zu nutzen). Insofern muss die Digitalisierungsstrategie immer auch integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie sein und nicht umgekehrt. Eine hat schon vor einiger Zeit herausgefunden, dass erfolgreiche Unternehmen genau dies tun.

Digitalisierung darf nicht als neuer Silo enden

Es geht bei der Digitalisierung nicht darum, alles nur noch digital zu tun. Vielmehr kommt es darauf an, Digitalisierung als integralen Bestandteil von Prozessen und Kanälen zu nutzen.

Es mag sinnvoll sein, durch die Etablierung eines Chief Digital Officers, Fokussierung und Priorität der digitalen Transformation im Unternehmen zu verdeutlichen. Nur darf dies nicht in einer neuen Silo-Struktur enden, die sich vom Rest des Geschäfts unterscheidet. Es geht letztlich nicht um Hype sondern um Substanz, sprich Geschäftsergebnisse.

Cartoon: Organisationsstruktur zur digitalen Transformation

Ob dies wohl die richtige Organisationsstruktur zur digitalen Transformation ist?
©

Struktur und Prozesse müssen allein darauf – auch im Zeitalter der Digitalisierung – abgestellt sein. Letztlich geht es um die Verantwortung jedes Einzelnen in einer Organisation, herauszufinden, was zu tun ist, um diese mithilfe digitaler Technologie zu verbessern.

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Dann bitte ...

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 4,82 Stern(e) - 11 Bewertung(en)

Bank Blog Newsletter abonnieren und keinen Trend mehr verpassen!

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

Anzeige

1 Kommentar

  1. Lieber Herr Leichsenring,
    vielen Dank für diesen erfrischenden und ehrlichen Artikel. Gerade der Abschnitt „vom Kunden her denken“ hat mir sehr gefallen, weil ich der Überzeugung bin, dass viele Unternehmen diese Denke im Laufe der Zeit abgelegt haben und sich auf sich selbst konzentriert haben.
    Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Ihnen.
    Beste Grüße
    André Wehr

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bank Blog Newsletter abonnieren

Bank Blog Newsletter abonnieren