Die DNA einer Bank

Erfolgsvoraussetzung für das Geschäft der Zukunft

Wenn es um die Zukunft der Finanzdienstleistung geht, wird viel von „etablierten“ Kreditinstituten, „neuen“ Wettbewerbern und vermeintlichen Gegensätzen gesprochen. Was macht eigentlich eine Bank oder Sparkasse aus und (warum) braucht man sie?

Die DNA einer Bank oder Sparkasse

Banken, Sparkassen und FinTechs haben eine gemeinsame Finanz-DNA.

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Vereinfacht gesagt, ist die (Desoxyribonukleinsäure) der Träger aller biologischen Erbgutinformationen. Sie setzt sich aus vier unterschiedlichen Bausteinen zusammen und bestimmt wichtige Veranlagungen von Lebewesen. Gemeinsam mit der Sozialisierung formt sie deren Verhalten.

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Doch gibt es auch ein gemeinsames Erbgut aller Finanzunternehmen? Und worin genau besteht diese DNA? Was auf den ersten Blick wie eine akademische Übung anmutet, hat tatsächlich eine strategische Relevanz für Finanzinstitute.

Die Funktion des Geldes

Bevor es Geld gab, wurden Güter gelagert, transportiert und getauscht. Viele der ersten Banken waren auch im Güter- und Lagergeschäft tätig. Man denke nur an die Raiffeisenbanken, deren Ursprung in der realwirtschaftlichen Unterstützung von Landwirten lag. 2017 gab es immerhin noch 98 solcher Kreditgenossenschaften mit angeschlossenem Warengeschäft.

Geld war und ist von jeher – genauso wie Informationen – zentraler Bestandteil von Bankleistungen. Geld- und Geldderivate (Aktien, Anleihen, Fonds etc.) ermöglichen es überhaupt erst, Finanzdienstleistungen zu kreieren und abzubilden. Geld ist letztlich jedoch nur ein Mittel zum Zweck, das die Banken in ihrer heutigen Form ermöglicht hat. Geld ist das Blut im Kreislauf der Finanzen.

Der Kundenbedarf bestimmt die DNA einer Bank

Als DNA von Banken und Sparkassen kann man – im übertragenen Sinne – deren Kernfunktionen begreifen. Es sind dies:

  1. Die Aufbewahrung von Werten.
  2. Die Vorfinanzierung von Werten.
  3. Der Transport von Werten.
  4. Die Vermehrung von Werten.

Aus diesen vier Kernfunktionen ergeben sich die folgenden (Basis)Leistungen:

  1. Das Einlagen- und Depotgeschäft.
  2. Das Kreditgeschäft.
  3. Der Zahlungsverkehr.
  4. Die Geld- und Vermögensanlage, mit oder ohne Beratung.

Letztlich lassen sich alle Bankleistungen (Produkte) in dieses Schema einordnen.

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Alle vier Funktionen (oder Aufgaben) gibt es aufgrund des vorhandenen Kundenbedarfs. Menschen konnten oder wollten diese Aufgaben aus unterschiedlichsten Gründen nicht selbst übernehmen. Daher wurden Banken gegründet. Finanzgeschäfte haben – und das ist wichtig – ihren Ursprung im Geschäft mit Kunden.

Strategische Bedeutung der Bank-DNA

Seit der Gründung der ersten Bank im Jahr 1462 hat sich an der DNA nichts verändert. Und auch den Aktivitäten von FinTechs liegt sie zugrunde.

Was sich seit 1462 verändert hat, sind Organisation (Abwicklung) und Präsentation (Informations- und Vertriebskanäle) von Finanzgeschäften. Beides wird sich im Zuge der Digitalisierung und neuer Technologien auch weiterhin (massiv) verändern.

Die strategische Bedeutung der Bank-DNA ergibt aus der Frage: „In welchem Geschäft sind wir tätig?“ Dem einen oder anderen Institut täte es gut, sich daran zu erinnern, dass Kunden der wichtigste Grund für ihre Existenz sind, mithin also die Existenzgrundlage.

DNA unterliegt keinem Kopierschutz

Analog der biologischen DNA, unterliegt auch die der Banken keinem „Kopierschutz“. Somit können gleiche oder ähnliche Leistungen erbracht werden und auch Geld stellt allenfalls eine Barriere, aber keinen dauerhaft wirksamen Kopierschutz dar.

Allerdings kann auch die Banken-DNA nicht ohne größere Probleme kopiert werden. Erfahrung und Abwicklungs-Knowhow spielen hier eine Rolle. Kunden setzen für Geldgeschäfte Vertrauen voraus und dieses kann nur langfristig aufgebaut werden. Hier liegt einer der größten Wettbewerbsvorteile der Banken. Es gibt allerdings immer noch – neue und alte – Anbieter die dies nicht wirklich verstanden zu haben scheinen.

Aus gutem Grund ist die Kopierbarkeit zudem gesetzlichen Beschränkungen unterworfen. Die Stichworte dazu lauten Aufsicht und Regulierung. Damit soll nicht die DNA selbst geschützt werden, wohl aber die Kunden und das Geld (bzw. dessen Wert).

(Rück)Besinnung auf den Kunden

Die wichtigste Erkenntnis aus der DNA-Analyse lautet, dass Finanzinstitute sich darauf (zurück)besinnen sollten, dass ihr Ursprung im Kundengeschäft liegt. Die Lösung von Kundenproblemen ist die eigentliche Aufgabe aller im Finanzmarkt aktiven Teilnehmer. Und nur, wer es auch zukünftig schafft, Kundenprobleme zuverlässig, einfach, preiswert und bequem zu lösen, wird selbst eine Zukunft haben.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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