Maschinen übernehmen den Arbeitsmarkt der Zukunft

Umbruch auch in der Finanzbranche

In der vierten industriellen Revolution werden immer mehr Funktionen durch Maschinen übernommen. Die Arbeitswelt wandelt sich damit radikal. Bis 2025 könnten Roboter mehr Aufgaben als Menschen erledigen.

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Die Frage, ob und in welchem Ausmaß Digitalisierung und Automatisierung Arbeitsplätze gefährden, wird derzeit intensiv diskutiert. Klar ist bislang, dass die sich abzeichnenden Veränderungen das Potenzial haben, Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft radikal zu verändern. Insbesondere ist ein Umbruch am Arbeitsmarkt zu erwarten. Durch den zunehmenden Einsatz digitaler Technologien können viele der heutigen Tätigkeiten zukünftig von Maschinen übernommen werden. Es werden zugleich aber auch andere, neue Tätigkeitsfelder entstehen. Keine Branche und kaum ein Arbeitsgebiet werden von den Veränderungen ausgenommen sein.

Das World Economic Forum hat über 300 Unternehmen zu den Effekten neuer Technologien auf die Arbeit befragt. Ziel der Studie ist es, spezifische Informationen über das relative Ausmaß dieser Trends nach Branchen und Ländern zu liefern und den erwarteten Zeithorizont für die Auswirkungen auf Arbeitsfunktionen, Beschäftigungsniveau und Qualifikationen einzugrenzen.

Die Zukunft der Arbeit

Die derzeit beginnende vierte industrielle Revolution steht in Wechselwirkung mit anderen sozioökonomischen und demografischen Faktoren, die gemeinsam und in allen Branchen zu einem dramatischen Wandel der Arbeitsmärkte führen werden.

Im Ergebnis wird der Markt für Arbeit in den kommenden Jahren massiven Veränderungen unterliegen. Es entstehen völlig neue Kategorien von Arbeitsplätzen, die andere ganz oder teilweise verdrängen. Die Fähigkeiten, die sowohl in alten als auch in neuen Berufen erforderlich sind, verändern sich in den meisten Branchen, genauso die Art und Weise wie und wo Menschen arbeiten.

In jedem Fall ist (Weiter-) Qualifizierung das Gebot der Stunde, damit Unternehmen und Mitarbeiter für die Zukunft gerüstet sind.

Maschinen übernehmen immer mehr Aufgaben

Verrichten bisher Menschen 72 Prozent der anfallenden Arbeitsstunden, so soll dieser Anteil bis zum Jahr 2022 auf 58 Prozent fallen. Der Effekt wird je nach Tätigkeitsbereich unterschiedlich ausfallen:

Aufteilung der Arbeit – Mensch-Maschine – 2018 bis 2022

Bis 2022 übernehmen Maschinen immer mehr Arbeit von Menschen.

Bis 2025 wird der Anteil der von Menschen geleisteten Arbeitsstunden sogar auf 48 Prozent sinken. Mit anderen Worten, Maschinen und Algorithmen werden dann mehr Arbeiten übernommen haben als Menschen.

Weltweit könnten bis 2022 rund 75 Millionen Arbeitsplätze wegfallen oder durch Maschinen ersetzt werden. Parallel könnten 133 Millionen neue Stellen geschaffen werden. Für diese werden jedoch teilweise vollkommen neue Qualifikationen notwendig sein.

Auswirkungen auf die Finanzbranche

Die Finanzbranche ist bei der Adaption neuer Technologien in vielen Bereichen langsamer als die Gesamtwirtschaft, in einigen jedoch auch deutlich schneller.

Adoptionsgrad von Technologien in der Finanzbranche bis 2022

Der Adoptionsgrad neuer digitaler Technologien in der Finanzbranche bis 2022.

Treiber des Wandels sind insbesondere das mobile Internet, die Möglichkeiten der Datennutzung und Technologien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Als Folge erwarten 67 Prozent der befragten Finanzunternehmen Veränderung der geografischen Ansiedlung der Arbeit und 56 Prozent einen Rückgang der Beschäftigtenzahl. Ebenfalls 56 Prozent rechnen mit veränderten Wertschöpfungsketten. 31 Prozent gehen davon aus, dass zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden.

Und auch in der Finanzbranche werden zahlreiche Tätigkeitsprofile entfallen und Maschinen bis 2022 immer mehr Arbeit von Menschen übernehmen:

Aufteilung der Arbeit – Mensch-Maschine – in der Finanzbranche - 2018 bis 2022

Bis 2022 übernehmen auch in der Finanzbranche Maschinen immer mehr Arbeit von Menschen.

Bei den zu bewältigenden Herausforderungen steht für 74 Prozent die Qualifikation der Mitarbeiter an erster Stelle, gefolgt von Nichterkennen von Geschäftschancen (51 Prozent) und Qualifikation der Führungskräfte (43 Prozent).

Zum Downloadlink zur Studie (engl.) gelangen Sie über Laterpay.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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